Ausländerfeindlichkeit sowie Rechtsextremismus gibt es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nicht erst seit 1989/90. Die "DDR-Forschung" hat u.a. herausgearbeitet, weil der Antifaschismus in der DDR Staatsdoktrin war, äußerten Viele ihren Protest gegen die DDR durch rechtsextreme Handlungen, z.B. Schmieren von Hakenkreuzen o.ä.
Ein anderer Aspekt war der wirtschaftliche Niedergang der DDR. Man hat zwar gesehen, daß allerhand produziert wurde, aber davon konnte man nicht so viel kaufen. Viele Engpässe wurden dann im "Volk" den Ausländern als Verursacher untergeschoben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß man es den Vietnamesen übel nahm, daß sie so viele Simson-Mopeds kauften und nach Vietnam schickten, und die DDR-Bürger kaum welche zu kaufen bekamen. Das die Vietnamesen nicht an dem Mangel schuld waren, braucht sicherlich nicht hervorgehoben zu werden, aber es macht deutlich, daß in der breiten Masse und vielleicht auch in den unteren Parteiebenen gern ein Sündenbock gesucht wurde. Hätte man denn die Wirtschaftspolitik von Honecker, Mittag usw. kritisieren können, ohne Probleme zu bekommen?
Ein weiterer Aspekt ist, daß das Hooligan-Unwesen in der DDR ziemlich zugenommen hatte und zu Wendezeiten viele unzufriedene Jugendliche in seinen Bann gezogen hatte.
Die Wende und der darauf folgende wirtschaftliche Ruin von Millionen ehemaligen DDR-Bürgern hat seinen Rest dazu getan. Die SPD- und CDU-Verantwortlichen in den Neuen Bundesländern haben dann damals noch einiges dazu getan, um z.B. die Situation in Rostock zu verschärfen und sie haben die Aktivitäten des des Mobs scheinbar bewußt nicht verhindern wollen. Siehe dieser Aufsatz:
Das Polizeidebakel von Rostock