Woschod hat geschrieben:
Katja Kipping von der Linkspartei konnte in Dresden vielen Jugendlichen alleine durch ihr Auftreten als Landtagsabgeordnete bei Demos einige Repessalien seitens der Polizei ersparen.
Sicher und offenbar ist die Dresdner PDS-Gruppe auch weitaus linker positioniert, als die Berliner Führungsriege. Es gibt etliche PDS-Mitglieder, die ich bei gemeinsamer Anstrengung für einen gesellschaftlichen Wandel nicht ausschließen möchte.
Das Engagement vieler PDSler, die mit ihren einfachen Mitteln und viel Zeiteinsatz versuchen, den Verlierern dieser Gesellscshaft zu helfen und wenigstens etwas Mut zu machen, ist anzuerkennen und verdient unsere Achtung. Einigen nehme ich auch ihre linke Position ab.
Dennoch, entscheidend bleibt, welchen Kurs die Partei insgesamt und da vor allen unter ihrer Führung fährt. Da sehe ich keine wirkliche Absicht, für das Ende des jetzigen Systems zu wirken.
Herr Gysi wurde letzten Sonntag bei Frau Wills neuer Horrorshow als lieber, netter Mensch, der einen lustigen Sozialismus will, gelobt - von einem CDU-Spitzenmann!
Jeder der vom politischen ABC wenigstens schon das A gelernt hat, konnte da deutlich erkennen, welche Position die PDS-Führung in dieser Gesellschaft inzwischen einnimmt.
Soziale Mißstände anprangern ist ja o.k., nur das tun gewisse Fernsehbeiträge zumindest nach 22 Uhr oder gern vor Weihnachten auch. Aber niemals habe ich dann etwas über die wirklichen Ursachen dieser Mißstände gehört - im Fernsehen.
Ein Oskar Lafontaine hat sich letztens hinreißen lassen, zu erklären, dass dieses kapitalistische System ausgedient hat. Bravo und nun ... wie weiter Oskar?
Nun heult alles rechts von Oskar los, dass er ein schlimmer Linker ist und die SPD verraten hat. Toll! Da ist doch jeder etwas links denkende und fühlende Mensch sofort überzeugt, das der Oskar wirklich ein Linker ist - weil er ja so "beliebt" bei den anderen ist. Also ist seine Partei für jeden Linken doch genau die richtige Partei. Ist sie das?
Ich sage es nicht zum ersten mal. Ich habs auch mal geglaubt. Inzwischen bin ich von diesem Glauben abgefallen. Die Kritik von Rechts ist Kalkül (simple Psychologie). Man will ja die links Denkenden gern im Auffangbecken von Oskars neuer Partei haben. Da können sie sich bestätigt fühlen, da können sie sich ausdiskutieren und da sorgt die Führung schon dafür, dass alles unter Kontrolle bleibt und Friede, Freude, Eierkuchen mit dem Kapital gemacht wird. Es lebe der Revisionismus!
Einen großen Vorteil hat DIE LINKE für das Kapital. Das haben die letzten Wahlen vor allen in Niedersachsen erwartungsgemäß gezeigt. Sie hat der SPD kräftig Stimmen abgezogen. Gut, auch der CDU sind einige Stimmen abhanden gekommen. Nur die hatte noch ausreichend Reststimmen für den CDU-Wolf.
Nee, liebe Freunde, die Mächtigen wissen schon recht gut, wo dem Volk der Schuh drückt. Je näher die nächsten Wahlen kommen, um so mehr sind selbst von rechten Parteien linke Losungen (etwas anders verpackt) zu hören. Da wird Frau Merkel mal wieder versuchen, die SPD links zu überholen (was so sonderlich schwer nun auch nicht ist).
Na und nach der Wahl kommt, was immer kommt. War alles nicht so gemeint, habt ihr falsch verstanden, wurde ich falsch wiedergegeben. Außerdem, nach drei Wochen wissen die meisten sowieso nicht mehr, was ihnen alles für Märchen erzählt wurden. Dann gehts wieder 2 Jahre lang auf zu neuen sozialen Grausamkeiten und viele schimpfen, dass sie nieeeee wieder die wählen werden, die sie gerade gewählt hatten. Dann kommen zwei Jahre Beruhigungsphase (ohne Rücknahme der letzten Reformen) und dann kommt wieder das Jahr der großen Versprechen und viele sagen wieder: Naja, war ja doch nicht so schlimm. Wähln wir die ... halt wieder, da wissen wir, was wir haben. Funktioniert so seit über 50 Jahren.
Einverstanden, nicht ganz so seit 50 Jahren. Neuerdings in etwas modernisierter Form. Es dürfen einige "Linke" in den Landtag. Die dürfen dort auch mal laut mit den anderen schimpfen und ihre Position darlegen - meist aber nur vor den Leuten ihrer eigenen Partei (und denjenigen, die gerade ihr verdientes Parlamentsschläfchen halten).
Immerhin, es ist doch beruhigend, dass wir diese tolle Demokratie haben, wo so etwas möglich ist. Da kann auch ein Linker oder künftiger kommunistischer Führer doch seine Grundlektionen in Demokratie lernen und leben. Gute Grundlage für diesen kommunistischen Führer der Zukunft ... dann auch erfolgreich den Weg des Revisionismus einzuschlagen und ein neuer Gorbatschow zu werden.
Stellt euch vor, es geschieht das Undenkbare und 58% der Wähler stimmen für eine Kommunistische Partei. Wie wird dann wohl diese wunderbare Demokratie des Abendlandes reagieren?
Richtig, alles mobilisieren, was eine Flinte halten kann. Es gilt die Demokratie gegen die bolschewistische Diktatur zu verteidigen. Dann wird es demokratisch opportun sein, zu rufen, hängt Ihre Führer auf, erschießt dieses Pack. So wie sie es mit Karl und Rosa und hundertausenden ehrlichen Kommunisten gemacht haben.
